Wie funktioniert das Internet?

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Clear, Deep und Dark Net – sagen euch diese Begriffe etwas? Viele denken das Internet ist das, was wir sehen, wenn wir Browser wie Safari, Firefox oder Chrome öffnen. Es steckt aber noch so viel mehr dahinter. Darüber wollen wir heute sprechen. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von TechUcation@school.

Weltweit haben im Januar 2020 rund 4,54 Milliarden Menschen das Internet benutzt. Zum Vergleich: im Januar 2015 waren es noch 2,83 Milliarden Menschen. Die Zahl hat sich also innerhalb von fünf Jahren fast verdoppelt. Damit bedienen sich heute 59% der Weltbevölkerung am Internet.

Wir benutzen es täglich. Dabei ist uns aber oft nicht bewusst, dass das Internet mehr ist als das, was wir sehen, wenn wir eine Suchmashine nutzen, oder eine Mail versenden. Das Internet besteht aus 3 Ebenen:

  1. Ganz oben liegt das Clear Web.
  2. Dann gibt darunter noch weitere Schichten: das Deep Web und
  3. das Dark Net.

Die verschiedenen Ebenen unterscheiden sich maßgeblich durch zwei Punkte: zum einen durch die Indexierung und zum anderen durch die Verschlüsselung. Das gucken wir uns an einem Beispiel an!

Tatsächlich kann man sich das Internet wie eine Stadt mit Straßen, Geschäften und Märkten vorstellen. Geschäfte bieten ihre Waren für alle an und die Straßen sind für alle frei zugänglich. Gleichzeitig steht man unter dem Schutz und unter der Kontrolle öffentlicher Instanzen, beispielsweise der Polizei.

Im Internet ist das das sogenannte Clearweb. Hier bewegen wir uns, um Internetseiten zu besuchen, oder E-Mails zu versenden. Suchmaschinen nehmen diese Seiten in die Liste der möglichen Suchergebnisse auf. Sie sind also indexiert. Es ist der öffentliche Bereich des Internets, der kontrolliert und oft auch überwacht wird.

Okay, so weit so gut. Blickt man sich weiter um in einer Stadt, gibt es aber nicht nur den öffentlichen Bereich. Was hinter verschlossenen Türen passiert, ist schwer zugänglich, nur durch einen Schlüssel.

Diesen Teil des Internets nennt man das Deep Web. Das Deep Web beschreibt einen unzugänglichen Teil, der durch Passwörter und Zugangssperren für die Öffentlichkeit versperrt ist.

Wir benutzen das Deep Web fast täglich, z.B. mit dem Zugang zum Onlinebanking. Die Seite ist zwar von der Suchmaschine indexiert, aber die Daten sind zugangsbeschränkt und können nicht zwangsläufig von jedem eingesehen werden.

Wir können jedoch noch einen Schritt weiter gehen. Unterhalb dieses öffentlichen und privaten Bereichs gibt es noch eine weitere Ebene des Internets: das Darknet. Es ist der Untergrund des Internets, also vergleichbar mit dem Tunnelsystem der Stadt.

Ins Darknet kommen wir mit einem speziellen Browser, dem TOR Browser. TOR steht dabei für The Onion Router. Mit „Onion Routing“ ist eine Anonymisierungstechnik gemeint, bei der Daten über verschlüsselte Server transportiert werden.   

Du kannst dir sicher vorstellen, dass die Anonymität oft für kriminelle Zwecke ausgenutzt wird. Man kann im Darknet beispielsweise Drogen, Waffen und gefälschte Ausweise kaufen. Die Öffentlichkeit bekommt davon nichts mit.

Trotzdem sind nicht alle Nutzer*innen automatisch Kriminelle. Tatsächlich hat eine Studie ergeben, dass das unbewachte Darknet von vielen als Kommunikationskanal verwendet wird. Besonders Whistleblower und Journalisten nutzen die Möglichkeiten des anonymen Recherchierens im unbewachten Darknet. So sind laut der Studie 30% der Daten im Darknet geleakte Dokumente.

Wie ihr seht, das Internet ist noch vielfältiger als wir vielleicht denken. Habt ihr schonmal im Dark Net gesurft?