Phänomen Influencer*in

Das Wort „Influencer“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Beeinflusser“. Influencer*innen nennt man Menschen, die ein Profil in einem sozialen Netzwerk wie YouTube, Instagram oder TikTok mit vielen Fans (Follower*innen) haben. Influencer*innen teilen ihr Leben, ihre Ideen und Meinungen zu bestimmten Themen öffentlich und werden so zu Idolen und Stars.   

Es gibt keine klar definierte Followerzahl, ab der man Influencer*in ist. Sicher ist aber, dass man eine gewisse Reichweite benötigt, um seine Meinung verbreiten zu können. Wichtig ist auch, dass Menschen erreicht werden, die Wert auf meine Meinung als Influencer*in legen und mir zuhören. Sie müssen also bereit sein, sich beeinflussen zu lassen. Die Influencer*innen bauen sich eine Community – also eine Gemeinschaft – bestehend aus ihren Follower*innen auf, mit der sie aktiv in Kontakt stehen. Sie teilen ihr tägliches Leben mit dieser Community, sprechen über private Themen und treten in direkten Kontakt mit jedem Einzelnen. Dieser persönliche Kontakt ist durch Social Media einfacher geworden, wodurch sich eine enge Beziehung aufbaut und die Follower*innen haben das Gefühl, die Person gut zu kennen.   

Diese persönliche Bindung und der hohe Authentizitätsgrad macht Influencer*innen so attraktiv für Werbemaßnahmen von Unternehmen in den verschiedensten Branchen. Die hohe Emotionalität der Werbung wird hier auf die Spitze getrieben. Denn wenn wir einer Person vertrauen, lassen wir uns viel eher überzeugen, etwas auszuprobieren als bei klassischer Werbung.   

Dahinter steckt aber ein großes Geschäft – das Influencer-Marketing. Unternehmen bieten den Influencer*innen Kooperationen an und bezahlen dafür, dass ihre Produkte in Instagram-Posts oder in YouTube Videos gezeigt werden.  Beliebte Influencer*innen können richtig viel Geld mit dieser Art von Werbung verdienen. Nach einer Auswertung der Influencer-Plattform influence.com kommen Influencer*innen mit mehr als einer Million Follower*innen auf durchschnittlich umgerechnet 1.187,50 Euro pro Post (Stand: 10. Oktober 2020).  

Zusätzlich beeinflussen Influencer*innen als Spitze von Social Media unser eigenes Weltbild. Wir vergleichen uns ständig: Wir sehen, wer welche Reise gemacht hat, welche Modetrends in sind, welche Figur wir anstreben sollten, was wir essen sollten und was lieber nicht. Eine Studie hat ergeben, dass insbesondere bei jungen Menschen die Zahl der Essstörungen und Sportsucht drastisch zugenommen hat, um dem vermeintlichen Ideal nahe zu kommen.   

Influencer*innen tragen also eine große Verantwortung. Einerseits birgt das viele Risiken, andererseits aber auch viele Chancen.  Das hängt davon ab, welche Inhalte und Werte sie vermitteln. Viele Influencer*inne treiben das Thema Nachhaltigkeit voran oder beeinflussen ihre Follower*innen dazu, mehr Sport zu treiben, sich mit Finanzen auseinanderzusetzen oder zu spenden. Auf der anderen Seite teilen einige Influencer*innen nur die positiven Seiten ihres Alltags, wodurch ihr Leben oftmals nahezu perfekt wirkt.   

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