Irrtümer der Digitalisierung – Einführung

Digitalisierung – eine erste Definition

Moin Moin und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von TechUcation@school. Was haben wir nicht schon alles über die Digitalisierung gehört? Die Geschichten reichen von „KI wird uns alle arbeitslos machen“ bis hin zu „Digitalisierung zerstört unsere Demokratie“. Genau diesen Mythen wollen wir jetzt mal auf den Grund gehen und sie einem Faktencheck unterziehen.

Obwohl sie in nahezu allen unseren Lebens- und Arbeitsbereichen eine große Rolle spielt, ist die Digitalisierung für viele noch immer die große Unbekannte. Auch wir werden in den Lernpfaden immer und immer wieder darüber sprechen. Was aber steckt hinter diesem riesigen Begriff? Wir wagen uns heute an eine Definition.

Wir definieren den Begriff Digitalisierung auf zwei unterschiedliche Arten:



Zum einen beschreiben wir mit Digitalisierung den Prozess, analoge Medien zu digitalisieren – also die Umwandlung von analogen Daten (zum Beispiel handschriftlich verfasste Texte) in eine digitale Form (zum Beispiel eine Textdatei). Wer also im Büro mal Akten abgetippt hat, um sie digital ablegen zu können, nimmt schon aktiv an der Digitalisierung teil. Herzlichen Glückwünsch!

Deutlich häufiger wird der Begriff in der Wissenschaft allerdings verwendet, für die Beschreibung einer Revolution und einer digitalen Zeitwende. Digitalisierung ist Teil einer sehr langen Entwicklungsgeschichte der technischen Prozesse. Experten sprechen auch gerne an dieser Stelle von der 4.0 Revolution. „Industrie 4.0“ – Das habt ihr sicherlich schonmal gehört. An dem Beispiel der Industrie lässt sich die Bedeutung der Digitalisierung ganz gut erklären. Gucken wir uns mal die Entwicklung an:



Die erste Massenproduktion durch Maschinen – und damit die Industrie 1.0 – startete circa 1800. Die ersten Maschinen wurden früher noch ausschließlich durch menschliche Kraft betrieben. Ein Beispiel hierfür ist der Webstuhl. 1800 wurden dann mechanische Produktionsanlagen errichtet und die einst nur von Menschen bedienten Maschinen, wurden durch Wasser- und Dampfkraft angetrieben.

Die Einführung der Elektrizität löste Wasser- und Dampfkraft ab.  Ende des 19. Jahrhunderts startete damit die 2. industrielle Revolution. Die Arbeit wurde in den Produktionshallen stetig weiter automatisiert. Die Fabrikhallen produzierten in Rekordzeit am Fließband und nach und nach nahmen Motoren weitere Arbeit ab.

Ab den 1970er Jahren startete die 3. industrielle Revolution. Hier stand die weitere Automatisierung durch Elektronik und IT (also Informationstechnologie) im Fokus. Immer mehr Computer und anderes technisches Equipment kam nach und nach ins Unternehmen.

Schauen wir nun in die Gegenwart, so befinden wir uns in der 4. Revolution  – der Industrie 4.0. Heute wird der Fokus auf die zunehmende Digitalisierung früherer analoger Techniken gerückt und die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie stehen im Fokus. Für Industrie 4.0 ist also nicht die eingesetzte Technik das zentrale Element der Veränderung (so wie es beim Schritte der 2. zur 3. Revolution der Fall war), sondern die Vernetzung von Technologien steht im Vordergrund.

Digitalisierung bedeutet also nichts anderes, als dass die physische und virtuelle Realität durch Informations- und Kommunikationstechniken miteinander verstrickt werden. Wenn der Ofen also automatisch angeht, wenn ich ins Auto in Richtung Feierabend steige, dann ist das ein Beispiel für die Vernetzung der Geräte. Vielleicht habt ihr in diesem Zusammenhang auch schon was von „Internet of Things“ gehört – genau diese Vernetzung ist damit gemeint.

So, genug aber nun von der Definition der Digitalisierung. Ich hatte euch ja versprochen, dass wir uns ein paar Mythen genauer anschauen wollen und damit herausfinden, wie wirkt sich die Digitalisierung für jeden von uns aus. Der erste Irrtum, mit dem wir uns befassen werden, ist die Annahme, dass Digitalisierung abgeschlossen sei, wenn eine neue Technik eingeführt wurde.

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